Thomas L. Kemmerich

Liberaler Exodus ins Team Freiheit

Aus einem Artikel des Pioneer vom 06.12.2025:

»Thomas Kemmerich hat eine Idee: 25 Prozent auf alles – eine Flatrate-Steuer auf alle Einkommen. Das würde Deutschland „guttun“, sagt der Gründer der neuen Partei Team Freiheit. Die Steuer wäre „einfach, effektiv und erfolgreich“.

Kemmerich, der bis vor kurzem noch Mitglied der FDP und liberaler Spitzenkandidat bei der Bundestagswahl in Thüringen war, ist überzeugt, dass er mit dem Steuerkonzept Gleichgesinnte überzeugen kann. Leute, die – wie er – sich in der FDP nicht mehr wohlfühlen. „Für mein wirtschaftspolitisches und libertäres Konzept habe ich in der FDP kaum noch Mitstreiter gefunden“, sagt der 60-Jährige. Deshalb startete er das Freiheitsteam.

Ob er damit Erfolg haben wird? Unklar. Das soll hier auch keine Rolle spielen. Entscheidend ist vielmehr: Ein Ur-Liberaler zieht aus dem FDP-Haus aus, um den Liberalismus woanders neu zu positionieren. Kemmerich entscheidet mit den Füßen.

So wie Kemmerich denken viele Liberale und (Ex-)FDPler. Sie sind frustriert, enttäuscht und ungeduldig. Die FDP reüssiert nicht mehr – zumindest nicht in Umfragen. Wähler wenden sich ab, andere Parteien kapern die liberalen Ideen, Altvordere halten Abstand zur Partei.

Kurzum: Die FDP verliert den Liberalismus als Alleinstellungsmerkmal. Oder auch: Der Liberalismus wandert aus.

Derweil sucht Parteichef Christian Dürr Profil. „Radikale Mitte“, nennt er das neue Konzept. Klar umrissen ist es nicht. Bis Mai 2026 sollen die Mitglieder ein neues Grundsatzprogramm verabschieden. Es könnte zu spät sein: Bis dahin finden in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz zwei wichtige Landtagswahlen statt. Sollte die FDP dort die fünf Prozent verpassen, müssen die Freien Demokraten um ihre Existenz fürchten.

Zur Erinnerung: Die FDP lag mal bundesweit bei elf Prozent der Stimmen.

Nach der verlorenen Bundestagswahl der FDP nehmen andere Parteien den Liberalismus in den Fokus. Neben dem Team Freiheit auch die AfD, Volt und sogar die Grünen – mit jeweils unterschiedlichen Interpretationen von Freiheit, Markt und Staat.

Team Freiheit: der Traum vom radikalen Staatsrückbau

Für das Team Freiheit ist die derzeitige FDP zu links und brav. Sie orientiert sich offen an Javier Milei, dem radikal-libertären Präsidenten Argentiniens. Mitgründerin Frauke Petry (ehemals AfD) propagiert eine Art deutschen Ableger von Mileis „Afuera!“ – radikales Ausmisten staatlicher Strukturen.

Konkret fordert das Team Freiheit: Ministerien sollen abgeschafft, Nichtregierungsorganisationen und dem Öffentlich-Rechtlichen-Rundfunk die Finanzierung entzogen, staatliche Aufgaben in Bildung oder Infrastruktur sollen in private und unternehmerische Hände übertragen werden.

Thomas Kemmerich sagt: Mit den extrem hohen Abgaben „machen wir die Leute arm und abhängig. Wir wundern uns dann, wenn gemeinschaftliches Engagement ausbleibt“. Und: „Wenn wir den Leuten deutlich mehr von ihrem erarbeiteten Geld lassen, dann machen einzelne gerne mal das Portemonnaie auf, um ein Klassenzimmer zu renovieren.“

Auch Ex-FDP-Chef Christian Lindner hatte als damaliger Spitzenkandidat der FDP im Bundestagswahlkampf einmal mehr Milei gefordert, war dann aber kleinlaut zurückgerudert. Von Wagnis keine Spur. Aufbruchsstimmung, schon damals Fehlanzeige. […]«
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